Lesegruppen
Wir lesen und interpretieren gemeinsam philosophische Texte. Interpretieren ist eine kreative Tätigkeit. Wir fügen dem Gelesenen eigene Gedanken hinzu, erweitern es und machen es so lebendig. Jeder Text erlaubt unterschiedliche Interpretationen, jedoch nicht alle sind plausibel. Wir diskutieren gemeinsam, welche unserer Interpretationen dem Text gerecht werden und bei welchen es sich um Über- oder Fehlinterpretationen aufgrund unserer Befangenheit in unserem eigenen Denkmuster handelt. Das Ziel ist es, aufmerksam zu sein für das, was andere zu sagen haben und in einen fruchtbaren Dialog mit ihnen und dem Text zu treten. Ein weiteres Ziel ist es, Abstand zu sich selbst zu gewinnen und sich darin zu üben, Texte (und andere Menschen) auch dann zu verstehen, wenn uns ihre Gedanken zunächst widerstreben.
workshops
Die philosophischen Workshops bestehen aus Übungen zu der Fragen der eigenen Existenz, Lebensgestaltung, Ethik und Beziehungen zu anderen. In der Regel arbeiten wir anhand kurzer Texte. Wie verändert sich mein Leben, wenn ich es als Schicksal betrachte? Was passiert, wenn ich meine Überzeugungen aufgeben? Welchen Einfluss hat es auf mein Leben, wenn ich aufhöre andere zu verurteilen? Bitte beachte: Die philosophischen Übungen bestehen nicht darin, den Inhalt der Übungen zu glauben! Wir üben, indem wir mit anderen Ideen spielen, sie probeweise übernehmen und das Resultat wieder überprüfen. Die Workshops beinhalten Anleitung zu praktischen Übungen, die Du selber weiterführen kannst.
Kontemplative philosophie
Die kontemplative Philosophie (auch Deep Philosophy) ist eine von Ran Lahav entwickelte Form des Philosophierens, bei der wir einen Text lesen mit der Bereitschaft, uns aus der Stille heraus auf ihn einzulassen. Wie in der klassischen Meditation «Gedanken beobachten» lassen wir reflexartige Einwände und Gegenargumente – das ewige innere Geplapper – einfach vorbeiziehen. In der buddhistischen Tradition gelten diese automatischen Gedanken und die Fixierung darauf, was man schon immer gedacht hat als «Anhaften» oder «Einrasten» des Egos. Der Unterschied zwischen der Meditation, die Gedankenleere anstrebt und der kontemplativen Philosophie ist, dass wir bei letzterer nicht auf Gedanken verzichten, sondern uns aus der Leere hinaus Neues und Überraschendes erscheinen lassen.
Philosophie als Lebensform – Interview (youtube)
Überzeugungen sind die grösseren Feinde der Wahrheit als Lügen.
Friedrich Nietzsche
Kleine Literaturauswahl
- Brenifier, Oscar: The Paradox of Humility, www.pratiques-philosophiques.fr
- Camus, Albert: Heimkehr nach Tipasa
- Kierkegaard, Sören: Tagebücher
- Lahav, Ran: Philosophical Contemplation
- Marc Aurel: Selbstbetrachtungen
- Montaigne, Michel de: Essais
- Nietzsche, Friedrich: Menschliches, Allzumenschliches, Sonderausgabe, Insel Verlag
- Pascal: Gedanken, Reclam Verlag, RUB 1622
- Rilke, Rainer Maria: Briefe an einen jungen Dichter
- Schopenhauer, Arthur: Aphorismen zur Lebensweisheit.
- Weil, Simone: Schwerkraft und Gnade
Angebote
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